Saisonbeginn der Mannschaftskämpfe in der Bezirksliga. Als Neumitglied in einem befreundeten Club freute ich mich auf neue Herausforderungen , wollte natürlich einen entsprechend guten Einstand vollführen. Auswärtskampf gegen Süchteln, ich Brett 5 (eigentlich an Brett 8 gesetzt),war ein wenig nervös, jedoch auch freudig und ausgeschlafen gestimmt.
Da mein Gedächtnis mit den üblichen langen Eröffnungsvarianten überfordert ist, habe ich mich mit bequemen Nebenvarianten versorgt.
Nigel Davis hat mich mit seiner DVD „How to beat younger Players“ inspiriert. Sein Credo: Partien ruhig angehen, den jungen Gegner ein wenig langweilen und auf die Ungeduld des jungen Players warten.

Nach 13 Zügen war es jedoch mit meiner Ruhe vorbei. Ein taktischer Kampfplatz mit kombinatorischem Geschwurbel bahnte sich an. Von früher her wusste ich, dass die schwarze Stellung fast „sturmreif“ war.
Das Kind in mir fing natürlich wieder Feuer. Sogar klammheimliche Freude stieg in mir auf. Mich verlangte unbezähmbar die feine Kombinationskunst und spielte effekthaschend den „feinen Zug“ Sd4 !(?).
Mein Gegner blieb ruhig und spielte …Dc7. Allmählich schwächelte meine Kondition. Mein Gegner hingegen hangelte sich ruhig und souverän aus den Minenfeldern.

Nach meinem 22.Zug Tb7 und der Option den c- Bauern siegbringend auf die siebente Reihe zu schieben, flog die schwarze Dame plötzlich nach f2. Wenige Minuten später war ich erledigt.
Ziemlich benommen und frustriert packte ich meine Sachen und verabschiedete mich.
Draußen erwarteten mich 2 Typen, die offensichtlich ebenfalls Schachfreaks waren. Ich bat sie höflich, meine Partie anzuschauen , vor allem die taktischen Möglichkeiten aufzuspüren. Sie schauten sich die Kombinationsmöglichkeiten an. Allerdings waren sie nicht einer Meinung. Sie schauten sich eine Mittelspielstellung an, waren allerdings nicht einer Meinung. Sie diskutierten allmählich immer lauter und warfen sich gegenseitig Amateurhaftigkeit vor.
Ja, es kam dann zu einem heftigen Streit, der lauthals ausgetragen wurde. Sie schrien sich an und es drohte eine Schlägerei… Ich versuchte einzulenken, wies auf das Jesuskreuz im Hintergrund und besänftigte die Beiden allmählich…





























































