Und dann passierte Folgendes…

Wie  schon seit vielen Jahren in treuer Tradition fuhr ich auch diesmal zum INTERNATIONALEN GOCHER OPEN, das zum 27.Mal ausgerichtet wurde. Erklärtes Ziel : Langsam das Schachgift  ausschleichen und die „Schachbühne“ nur noch sporadisch betreten. Die Mißerfolge der letzten Monate in Verbindung mit der notwendigen Einsicht, dass Kraft, Konzentration und Ideenstärke im Alter zwangsläufig nachlassen und der bisherige Zeitaufwand für diese Droge in keinem Verhältnis zu den mageren Ergebnissen stehen, ließen mich die Reißleine ziehen. DWZ  klar unter 1900 , ELO unter 2000 . Und dann noch im letzten Gocher Open die Krönung: ein 118.PLatz bei ca 160 Teilnehmern.
So startete ich recht vergnügt und „ergebnisoffen“ die 1.Runde, um noch einmal die vortreffliche Atmosphäre und die optimalen Bedingungen zu genießen.Im Vordergrund das Treffen von alten Bekannten, das notwendige Gewitzel mit den Turnierleitern und natürlich das Geschwafel von einem angestrebten Mannschaftspreis mit meinen Kumpanen aus dem Uedemer Schachklub.
Im Aufgalopp gegen einen schwächeren Gegner fiel mir recht schnell eine feindliche Figur in die Hände und dann auch noch sein König. Nächster Gegner der starke Däne Tommy B.Schmidt, gegen den ich chancenlos herumstocherte bis ich endlich aufgeben durfte. Als Belohnung dann wieder eine lösbare Aufgabe, die ich zwar holprig, dann aber doch irgendwie erledigte. In der 4.Runde hatte ich es mit  Patrick Terhuven (Krefeld) zu tun, der mit jugendlicher Frische in aller Coolness meine kleinen taktischen Pseudodrohungen negierte und seinen sehr weit entfernten Freibauern auf die Reise schickte und mühelos gewann.
Mit 2:2 Punkten war ich auf gewohntem Kurs : Billige Siege gegen Schwächere , Chancenlosigkeit gegen Stärkere.

In der 5.Runde endlich ein Spielpartner in meiner Augenhöhe : Egon Klaus (Viersen ). Mit Weiß werkelte ich ein wenig herum, um auf Umwegen doch noch mein Französisches Flügelgambit aufs Brett zu bekommen. Nach 28 . Dd2 entstand diese Stellung:

diagramm-1-nach-28-dd2

Droht natürlich vordergründig die Eroberung des schwarzen Bauern b7 mit anschließendem Gewinn des Bauern a6, ohne dass Schwarz sich auf c3 bedienen kann. Mein Ex – Mannschaftsführer Uwe H. betrat in dieser Situation die Kampfzone. Dies beflügelte meine Rechnerei und Kombinationslust. Nimmt Schwarz nun auf h5, dann wollte ich mit Lxh6 + eindrucksvoll den Sieg einfahren. Mir schwoll der Schädel , zumal ich nicht so recht erkennen konnte, wie ich die geopferte Figur zurückgewinnen kann oder ein Matt erzwingen könnte. Nach einer halben Stunde wars dann soweit: Es folgte wie erwartet

28… Lxh5. Schon wollte ich zum schnöden Sxb7 zurückkehren, da riß ich mich zusammen, erinnerte mich an meine „Abschiedstour“ und rasselte den Läufer nach h6.

Also 29.Lxh6+  Sxh6 diagramm-1-nach-29-sxh6. Ansonsten verliert Schwarz durch Abräumen der Bauern.

Jetzt muß Weiß den Beweis antreten, dass auch ohne Figurenrückgewinn die Kombination korrekt ist. Die meisten „schönen“ Kombis meiner Laufbahn waren komplett hirnrissig und vor allem in den letzten Monaten schon fast peinlich anzusehen. Eigentlich hatte ich mir nach der DVD – Lehrstunde mit NIGEL DAVIS , der dem älteren Schachfreund dringend empfiehlt, einfache Eröffnungssysteme und vor allem langweilige , ruhige Stellungen anzustreben, um gegen jüngere (theoriegewaltige) Spieler bestehen zu lönnen.(„How to beat younger Players“) geschworen, diesen Tipps zu folgen. Nur dann könne der Alte mit seiner Routine und seinem besseren Schachverständnis erfolgreich sein?! Ich bin da skeptisch…Gerade in „ruhigen“Stellungen zeigt sich m.E., wie überlegen die heutigen Traingsmethoden der jungen Spieler oft sind. Wer in Goch das Bühnengeschehen verfogt hat, der sah fast nur Kinder und Jugendliche dort sitzen, die keineswegs als Heißsporne auf ihre Gegner losgingen.

Zurück zur Partie: 30. Dg5 +  . Um sich auf den Beinen zu halten, versucht Schwarz die Figuren zusammen zu halten.

diagramm-1-nach-30-dg5-lg6Also 30…Lg6 . Nun kann die Chose nur noch mit dem Joker Sc5 beendet werden.

Nach 31.Se6+ klammert sich der schwarze König sicherlich an den Randspringer, so dass – optisch gesehen – nur 2 Angreifer gegen 4 Verteidiger übrig bleiben. Doch die beiden Rappen stehen sich irgendwie im Wege, verstopfen eher die Fluchtwege.

Freund Uwe sah natürlich,wie es weiter gehen könnte. Ich hatte allerdings immer noch Sorge (aus Erfahrung) dass ich irgendetwas übersehen haben könnte.

Nun folgt der Abschluß:

diagramm-1-nach-32-df6

32. Df6 !    1 :0

Kurioserweise kann nur die schwarze Dame das drohende Matt auf g7 decken. Auf 32…Dg8 folgt 33.Sg5 matt. Auf 32…Dh8 folgt natürlich 33.Dxe7+ mit nachfolgendem 34.Kd2 (oder auch etwas snobistisch 34.0-0-0) . Und auch 32…Df7 nützt nichts wegen 33.Sg5+ mit Damenverlust.

Nun gabs natürlich wieder entsprechend einen starken Gegner: Der Bremer Olaf Giel (ELO 2170) hatte allerdings einen Blackout, der nach 12 Zügen die Partie beendete.:

Weiß. Groß      Schwarz: Giel, Olaf

1.e4  c5 2.Sf3  d6 3. d4  cxd4 4.Dxd4  Sc6 5.Lb5  Ld7 6. Lxc6  Lxc6 7.Sc3  Sf6 8.Lg5   bis hierher Altbekanntes . Sein nächster Zug war für mich neu:  8…Da5.Normalerweise geht’s weiter mit 8…e6 und anschließender langer Rochade von Weiß mit „verteilten“ Chancen. Hier entschied ich mich für 9.0-0. Sein nächster Zug machte mich stutzig: 9…Sd7gier-ps-2-nach-9-sd7.

Ins Auge fällt die geklemmte Position des schwarzen Läufers auf c6. Am liebsten hätte ich gleich 10.b4 gespielt und ein lockeres 11.b5 folgen lassen, doch Zwischenzüge können die Sache komplizieren.

Auf jeden Fall lohnt es sich, die Nagelprobe zu machen.

Also 10. b4   Nun ist 10…Da6 wegen 11.a4 sicherlich mehr als unbequem für Schwarz. Deshalb entscheidet er sich für 10…e5. 11.Dc4 . An dieser Stelle griff der Bremer mächtig daneben mit 11…Da3??

gier-ps-2-nach-11-dc4Es folgte natürlich 12.Lc1 und auf 12…Sb6 13.Dxc6 + mit Mehrfigur 1 : 0

Nach diesem Lucky Punch konnte ich entspannt in die letzte Runde gehen, da ich mein Soll schon übererfüllt hatte. Mein Gegner Peter Winkel (ELO ca 2170) aus Krefeld. Stundenlang am Abgrund taumelnd gelang mir durch Zugwiederholung noch ein schmeichelhaftes Remis. Am Ende Platz 28 von 163 Teilnehmern… Sieger wurde wieder einmal der Haudegen K.H.Podzielny. Weitere Infos unter: http://www.gocher-open.de/index.php/de/

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Wir gratulieren Robert Hübner zum bestandenen Abitur…

Mit diesen Worten wurde Robert Hübner am 14.07.1967 in Kranenburg beim dortigen Schachverein begrüßt, bevor der Jungstar eine Simultanveranstaltung gab. Ich saß als (Schach)- Schüler mitten in dem Pulk der Amateure,rotwangig ,ein wenig ängstlich und mächtig stolz dabei sein zu dürfen. Meine Partie  – in einem entsprechenden Partieheft -fein säuberlich nachnotiert,zog sich bis zum 73.Zug,wo meine mangelhaften Endspielkenntnisse schließlich staubtrocken offen gelegt wurden.

Foto: Gerhard Hund

47 Jahre später sollte sich dieses „Duell“ wiederholen, wieder am Niederrhein, diesmal in der kleinen Schachhochburg Uedem. Der Altmeister spielte an 38 Brettern gegen Auswahlspieler aus Kranenburg,Kevelaer, Uedem , ergänzt mit starken Spielern aus Hemer und Duisburg.  Tatsächlich gabs einige Siege für die Amateure (Sirringhaus!) und einige Remis, doch insgesamt blieb der Meister souverän.

Erstaunlich auch die sehr gute Kondition des mittlerweile 65 Jährigen.!

 

 In meiner Partie sah ich schon wie der sichere Sieger aus , nachdem ich eine Figur gewonnen hatte. Wenige Züge später mußte ich aufgeben, da Hübner Zinsen und Zinseszinsen für diese Investition einforderte, die unaufschiebbar waren. Am PC in selbiger Nacht die übliche Nachbearbeitung mit Fritzchen, der mittlerweile schon 13 ist. Nach meinem 30.Zug wurde es dramatisch: Ich hatte über die Drehscheibe c4 beide Türme zum Königsflügel des Weißen bugsiert, um in Verbindung mit dem Lb6 den ein wenig schutzlosen (?!) Monarchen zu attackieren. Hübner spielte ohne zu Zögern 31.Kh3.
Und ich war froh, dass mir die Riposte 31…f5 einfiel,um den T auf g4 zu stabilisieren und nette Abzusschachs in petto zu haben. Ich fiel fast vom Sessel, als Fritzchen auf 31.Kh3 ein Matt in 6 Zügen
ankündigte…Hier hätte Schwarz also direkt gewinnen können. wohlgemerkt Schwarz, nicht ich , denn  ich hätte diese Zugfolge nie und nimmer gefunden.
Umso schöner der Gewinnweg!    Möge der geneigte Leser staunen:

31… Sf3 + !!  Weiß muß den Turm auf g4  nehmen, sonst fällt ersatzlos der Sd2.

Es folgt ein doppeltes Turmopfer!

 

 

 

 

 

 32.Kxg4           Die eigentliche Pointe folgt gleich

32…Sh2 + !! (für mich der schönste Zug der
Variante)
Man beachte, dass die Ablehnung des neuerlichen
Turmopfers (mit 33.Kf4) an 33…Tf5 matt scheitert.
                                                                                                                     also 33.Kxh5
33…Ld8 ! Schwarz kann sich tatsächlich diesen
stillen Kraftzug erlauben. Es droht 34…g6 + nebst 35…Sg4 matt. Oder auch nach anderen Zwischenzügen34…Kh7 nebst matt mittels …g6.
 Übrigens gab es im Netz lebhafte Diskussionen zu dieser Kombination. Bei COMPUTER SCHACH und SPIELE  wunderten sich Einige über die „Rechenknechte:
 
 http://forum.computerschach.de/cgi-bin/mwf/topic_show.pl?tid=7117
Wer sich für die ganze Partie interessiert:
Weiß: Robert Hübner    Schwarz: Ich

[1. e4 c6 2. d4 d5 3. e5 b6 4. Nc3 e6 5. Nh3 Ba6 6. Bxa6 Nxa6 7. Bd2 Ne7 8. Qg4
Nf5 9. Ne2 c5 10. dxc5 Nxc5 11. Ng3 Qh4 12. Qxh4 Nxh4 13. O-O Be7 14. a4 O-O
15. a5 b5 16. a6 Rfc8 17. Bb4 Bd8 18. Nf4 Nd7 19. Nd3 Bb6 20. c3 Ng6 21. Rfe1
Rc4 22. Kf1 Rac8 23. Bd6 h5 24. Nxh5 Rh4 25. Ng3 Rxh2 26. Kg1 Rh4 27. Nf1 Rcc4
28. g3 Rh5 29. Nd2 Rg4 30. Kg2 Nh4+ 31. Kh3 f5  32. exf6 Nxf6 33. Rxe6 Nf3+
34. Kg2 Nxd2 35. Bf4 Nc4 36. b3 Kf7 37. Rc6 Na5 38. Rxb6 axb6 39. a7 1-0
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Wallfahrt nach Kevelaer wurde zum Himmelfahrtskommando Sonntag, 23. Februar 2014

Unsere wackere Altherrenriege aus der 2.Mannschaft , die nach munterem Auftakt in der Verbandsklasse zu den Aufstiegsfavoriten gezählt wurde, ging hochmotiviert und leicht „favorisiert“ in den Clinch mit dem Tabellennachbarn aus Kevelaer.


Der Mannschaftsführer der Gastgeber begrüßte uns freundlich mit den Worten:“ Ihr seid eigentlich die heimliche 1.Mannschaft! Was macht ihr eigentlich, wenn eure  tatsächliche 1.Mannschaft absteigt (aus der Verbandsliga) und ihr aufsteigt? „Wir bleiben die Zweite“, entfuhr es meinen Lippen, denn mit der Zweiten spielt man besser!“
Vielleicht hätten wir  statt kesser Sprüche besser die Basilika besucht und einen Haufen Kerzen angezündet… Wie sich herausstellte waren wir – trotz Bestbesetzung – chancenlos.

Besonders das „mittlere Paarkreuz“ Brandenburg,Aldenhoven und
Groß, das noch vor einigen Wochen satte 3 Punkte eingefahren hatte, schwächelte und brachte lediglich 2 Remise in die Remise.
Als in einer Zeitnotschlacht unser Mann am 8.Brett auch noch versehentlich seinen eigenen König vom Brett nahm und  – wie eine
geschlagene Figur – auf dem Tisch abstellte und die Kiebitze hektisch die Rückkehr des Monarchen aufs Brett forderten, da wurde auch dem letzten Optimisten klar, dass hier nix Irdisches zu holen war.

Meine Partie gegen P.Supplieth hatte zum Schluß immerhin nocheinen humorigen Abgang…

Weiß: P.Supplieth          Schwarz: Ich

1. e4  c6 2.d4   d5 3.Sc3  dxe4 4. Sxe4 Sf6 5.Sxf6+ exf6 6.Sf3 Ld6 7.Le3 0-0 8.Le2 Dc7
Die schwarze Eröffnungsvariante steht nicht hoch im Kurs, denn fast zwangsläufig erhält Weiß die Bauernmehrheit am Damenflügel und auch mit dem Bauernduo c4 und d4 Chancen, einen Freibauern
zu bilden. Allerdings hat Schwarz einen mächtigen Schutzwall um seinen König gebaut und erhält lebhaftes Figurenspiel. (wenn nix dazwischenkommt).

9.0-0 Te8 10.c4 Lg4 11.h3

Eine typische Stellung bei diesem System. Wenn Schwarz noch zu Sd7 kommt , der auch gern mal über f8 und g6 ins Spiel kommt, dann läßt es sich gut leben.

11…Lh5 12.d5  c5 (Engines mögen solche „Blockaden“ meist nicht.) 13.Tc1 Sd7 14.Te1 f5 (!)


 

 

 

Nun winkt u.U. sogar das wichtige Feld e4 für den schwarzen Rappen.

 

 


 

 

 

 

 

 

15.a3 Sf6 16. Sh4

16…Txe3                        17.fxe3

Nun werden vage Ideen plötzlich zu roten Ohren und kribbligen Fingern. Verschiedene Kombi-Motive
fliegen mich an, die schwer zu sortieren sind. Immer wieder gibt mein Läufer auf h2 Schach, und immer wieder springt das Rössel nach e4, und immer wieder stört die eventuelle Riposte d6 meine Pläne.
Allmählich springe ich gedanklich nur noch zwischen den Kardinalzügen (Kevelaer) hin und her, so dass
selbst das Klare auf einmal unklar wird. Maria hilf! Ich entscheide mich für
17…Se4
 18. Sxf5 ! Mein Gegner verschmäht den Läufer auf h5 zu Recht.Das Feld g3 , das sein Pferd jetzt deckt ist

lebenswichtig!
Nun folgt ein amüsanter Schluß:
18… Lh2+   19. Kf1 (sonst Sf2 matt)
 
Mein nächster Zug erzwingt die Punkteteilung.

19… Dg3 !
 Nach 20.Sxg3 folgt 20…Sxg3+ mit  Dauerschach .  
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Rochade war gestern…(15.September 2013)

Nach langer Abstinenz wegen permanenter Erfolglosigkeit und entsprechender Humorschwächung folgt nun die unvermeidliche Rückkehr zur alten karierten Passion. Nein nein, nicht weil sich plötzlich wieder Erfolge einstellen, weit gefehlt. Ich habe eine Art Selbsthilfegruppe gefunden, die
– ebenfalls altersbedingt –  die großen Siege nur noch als Erinnerungsfetzen zitieren kann.
Frei nach Hanns Dieter Hüsch („Irgendwann kommen alle zurück“) bin ich zu meinem Ursprungsclub, den SK Uedem, heimgekehrt, bei dem ich Mitglied der „legendären“ Jugendmannschaft in den 60 er Jahren sein durfte. Die regionale  Schachhistorie fügte es, dass nun
das  ehemalige Jugendteam als Seniorenclub wieder zusammen gefunden hat. Hinzu kamen befreundete Ex-Konkurrenten aus dem Verband, die sich seit langer Zeit nicht mehr gesehen, jedoch
immer voreinander gefürchtet hatten. Sammelbecken für diese Jugendsenioren ist die 2.Mannschaft, die in der Verbandsklasse heute nun die Feuertaufe bestehen sollte.
Hat sie natürlich, sonst würde ich nicht schreiben …
Unsere Gäste aus Duisburg-Großenbaum , nominell sehr stark einzuschätzen, mußten leider 2 Bretter
unbesetzt lassen und auch noch Ersatzspieler ersetzen.
Am Spitzenbrett unserer Mannschaft kämpfte Uwe Heinz, der nichts von seiner kreativen Spielfreude
und Risikobereitschaft eingebüßt hat. Sein Figurenopfer bewegte die Gemüter, doch brachte seinen Gegner nicht so recht aus der Fassung. Coole Riposten des Duisburgers löschten schließlich die
leicht lodernden Flammen.Es blieb der einzige Sieg der Gäste.“Uns Uwe“ genießt die Narrenfreiheit in der Rentnertruppe. Das beflügelt auch die übrigen Kollegen.

Völlig angstfrei auch – endlich mal – mein selbstgestrickter Skandinavier als Schwarzer gegen Franz Mietner. Schon nach wenigen Zügen „wirbelte“ mein Gegner mit taktischen Drohungen, die mir den Sonntag zu verderben drohten. In der folgenden Stellung zuckte ich rechtzeitig vor dem „allfälligen“ 9…S7f6 zurück.“

Darauf folgt einfach 10.Lxd5 und nach 10…exd5 (respektive cxd5) folgt locker 11.Dxg7 und die Rückfahrt kann angetreten werden. Nach langem Nachdenken und dem Credo von Uwe („Hier darf jeder machen , was er will – ohne Druck!“) entschied ich mich für 9….Tg8 (!). Nach 10.Ld2 – S7f6 11.S2c3 – a6 12. a3  sah ich die Chance, mal etwas (für mich) Neues zu kreieren: Die CHARODE !
mit 12… Kf8 ! ist die CHARODE vollbracht.
Die Königsstellung erscheint mir sicherer als nach manch ordinärer  ROCHADE – Stellung, die ich früher oft in aller Schnelligkeit angestrebt hatte .(Ein wichtiger Teil meiner „Schachausbildung“).

Dass ich letztlich diese Partie gewonnen habe, führe ich auf dieses CHARODE zurück. Zwischendurch allerdings mußte ich mehrmals der Versuchung widerstehen, die e-Linie öffnen zu lassen, damit der Turm (oje der König!) eine freie Linie hat.
 Ich füge noch ein paar Fotos von den besungenen Ex-Jugendlichen hinzu:
li:  Heinz Aldenhoven („Ali“), auch am Biertisch um keine Riposte verlegen.
Hans – Josef Arts (Doc), ein Schüler Nimzowitschs und Lehrmeister seines talentierten Sohns (1.Mannschaft)
und der immer gefährliche Angriffsspieler: Charly Brandenburg .
Hier in einer Parte gegen Norbert Krüger (Ratingen) re.im Bild. Nur die Tapete verrät, dass eine gewisse Zeit vorüber ist…
 Er sieht heute noch genau so aus und spielt auch so…

übrigens gewannen wir 5,5 : 2,5
Doch dies war nicht das Wichtigste…
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Mit dem Blick nach vorn – in die alte Heimat (20.August 2012)

In der neuen Saison werde ich wieder für meinen alten Heimatverein , den Uedemer Schachklub  spielen. Auf Grund eines eklatanten Missverständnisses hat man mich leider in  die  1.Mannschaft (Verbandsliga) gesteckt. Also back to the Roots und die Lektionen auffrischen, die mein Lehrmeister mir vor etwa 40 Jahren mitgegeben hat.Mein Dauertrainer war Heinz Aldenhoven, der 1969 immerhin Jugendeinzelmeister von NRW wurde.Anbei ein sw-Foto aus jenem Jahr .Schauplatz  Uedem, Hotel Paessens, Niederrhein-Einzelmeisterschaft:

 

Aldenhoven (dozierend)

ich (staunend)

 

 

Zwischenzeitlich trennten sich unsere Wege: Er wurde solide (Beamter) und spielte 1.Sf3 …
Da konnte ich ihm nicht mehr folgen.
Vielleicht gelingt es mir in diesem Umfeld , endlich seriöser zu spielen! Dem Verein wärs zu wünschen!

Zum Abschluss ein Gruppenfoto aus dem Turnier:

von li: Kolander, Arts , Partenheimer,.Borngässer, Aldenhoven,Huhndorf,Budde u.ich

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Schach ist ein Boxkampf (25.Oktober 2011)

Es war nicht zu verhindern:Bei der Pressekonferenz im Vorfeld des Box-WM-Kampfes Wladimir Klitschko gegen den Franzosen  Jean Marc Mormeck holte der Ukrainer mal wieder sein Schachbrett aus der Sporttasche. Das unvermeidliche „Boxing is a chessgame“ diente mal wieder als knallharte Ouverture, um dem Außenseiter seine Chancenlosigkeit einzubläuen.
Der Weltmeister erläuterte kurz seine Absichten:“ Wie ein Schachspieler habe ich einen Plan A,B,C,oder D. Es gibt Taktik und Strategie und am Ende werde ich dich mattsetzen.“ Diese intellektuelle Keule zieht immer bei den Medien, vor allem in Verbindung mit dem Doktortitel des Ukrainers. Ich muß hier nicht wiederholen, wie erbärmlich  die Schachkenntnisse beider Klitschkos in Wirklichkeit sind. Schön illustriert bei Jörg Seidel (König Plauen):
http://www.koenig-plauen.de/Metachess/Polemik/promis.php
Die bis zum Erbrechen konstruierten Paralellen zwischen Schach und Boxen reduzieren sich wohl nur auf das Schlagen von
Figuren und auf die Unübersichtlichkeit der WM-Titelkampf-Modalitäten.
Echte Gemeinsamkeiten wären nicht schlecht:

1. Das Hineinschreien (Vorsagen) von Trainern, Betreuern, aufgebrachten Fans etc könnte manches Leichtgewicht beflügeln …oder restlos demoralisieren. Der Schachspieler bleibt jedoch einsam und seinen eigenen Fehlern überlassen.

2. Partieunterbrechungen nach 3 Minuten mit Trainerbesprechung und Aufmunterung sind beim Schach bisher selten vorgekommen.

3. Kein Schachspieler, der kurz vorm Matt steht, wird angezählt oder auch, wenn die Partie hoffnungslos erscheint, vom Schiedsrichter vom Tisch gezerrt .( und dabei heftig umklammert,damit der Arme nicht doch noch die Partie fortzusetzen versucht.

4. Kein Betreuer darf von seiner Schachecke aus, den König für seinen Schützling umwerfen, um den aussichtslosen Kampf zu beenden.

5. Nach der regulären Spielzeit wird der Kampf beendet, und die 3 Kampfrichter füllen ihre Spielberichtskarten aus und verteilen anschließend ihre jeweiligen Punkte.Der Ringrichter verliest dann das Endergebnis, was manchmal zu Tumulten führt.

Wünschenswert wäre es auch, das Schachspiel aus dem feingeistigen bildungsbürgerlichen Milieu herauszuholen, um auch das gewöhnliche Bürgertum für diese faszinierend – brutale Sportart zu begeistern .
Erste Ansätze scheinen schon sichtbar: Blitzturniere auf der Reeperbahn („Auf der Reeperbahn Schach um halb eins“).
Es fehlen auch noch echte Promoter (Don King ?!), Schachställe und bessere Vermarktungsstrategien.
Die beliebten Matadore der Schachboxer läuten diese neue Zeit schon eindrucksvoll ein. Mit Kramnik („Schach ist wie Boxen“) und W. Klitschko (“ Boxen ist wie Schach“) ist das „königliche Spiel“ auf dem besten Weg , eins auf die Fresse zu kriegen.

Wer immer die Klitschkos in die Geheimnisse des Schachspiels eingeführt hat, bleibt deren Geheimnis. Ich vermute, dass  es die bekannten DDR- Trainer Herricht und Preil waren.

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Dramatisches Finale in Goch – GM Miezis siegt souverän (Oktober 2011)

In den letzten beiden Runden des Gocher Opens wurde die bisherige Spitzengruppe kräftig durchgeschüttelt. Der alleinige Tabellenführer Lev Gutman verließ schließlich verärgert die Bühne , nachdem er gegen Normunds Miezis kapitulieren mußte. Zurück ließ er einen souveränen Turniergewinner, der lediglich 2 Remis zugelassen hatte.

GM Miezis nimmt seinen Sieg gelassen hin.

Der zweite Sieger des Tages war sicherlich IM K.H. Podzielny, der dank einer fulminanten Kraftanstrengung seine zwischenzeitliche Panne vergessen ließ und tatsächlich noch den 2.Platz ergatterte. Bei der Siegerehrung gab es dafür
donnnernden Applaus.

Podzielny auf dem Weg nach oben : Sieg gegen Dirk Pohle

Und auch der französische GM Maze sorgte in der Schlußrunde für Aufsehen. In seiner Partie gegen den jungen Niederländer Beukema zelebrierte er einen Tanz der Leichtfiguren , der die Kiebitze stundenlang in Atem hielt. Nach 29 Zügen war eine Partiestellung entstanden, die zum Verweilen einlud.
In der Folge gelingt es dem Franzosen, seine Leichtfiguren zu einer „Seilschaft“ zusammen zu fügen, die permanent „fiese“ Mattdrohungen aufstellt und gleichzeitig den schwarzen Freibauern bändigt.

1.S4e5  ! Tf8 2.Se7+ Kh8 3.Ld4 Dd1 4.Sf3

nach der Kür folgt nun die Pflicht: Eine mühselige Endspielaufgabe…

…b3 5.f7+ Dxd4 6.Sxd4 b2 7.Le4 Txf7 8.Sec6 Tb7 9.Lb1

 Die weiteren Züge waren (ich hoffe meine Aufzeichnungen sind korrekt): 

… Tb6 10.Se5 Ta6 11.Sef3 Ta1 12.Sd2 Ta6 13.Kg2 Kg8 14.Kf2 Kf7 15.h4 Ta3 16.S4b3 Kf6 17.Se4+ Ke7 18.Sbd2 Ta4 19.Sg5 h6 20.Sgf3 usw.

 Stefan Beukema (NL) Maze (F Sebastien (Fr)

Die weiteren Platzierungen liegen mir noch nicht vor. Folgen in Kürze.
Insgesamt waren es 4 ereignisreiche und harmonische Tage in einem vorzüglichen Ambiente. Das Turnierleiterduo Evers/Van Ooyen war auch diesmal wieder Garant für vorbildliche Organisation und wohltuende Atmosphäre. Für mich persönlich mittlerweile auch ein Ort der Begegnung mit „alten“ Bekannten und auch ehemaligen Vereinskollegen.

Rein sportlich bin ich auf dem besten Weg, meine Ziele zu verwirklichen:
Stagnation statt Resignation!

 

                     Die Preisträger des Gocher Open 2011

weitere Infos beim Veranstalter: http://gocher-open.de/

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Gocher Open – Kastell der guten Hoffnung

Freitag, 30. September 2011

Pickepackevoll ist seit 3 Tagen das „Kastell“ in Goch, wo 151 Schachjunkies bei hochsommerlichen Temperaturen das traditionelle „Gocher Open“ bestreiten. 3 GM (Maze, Miezis, Gutman) 1 IM (Podzielny) und 2 FM ( Gawehns,Hintze) sind die Zugpferde für die reinen Amateure, die in großer Front aufmarschiert sind, und nicht unbedingt gewillt sind, ihr Startgeld nur für die Preisgelder der Profis abzuliefern. Fabian Stotyn , Ranglistenplatz 40) brachte das Kunststück fertig, in der 2.Runde Podzielny zu besiegen. Beflügelt von solcher „Heldentat“ blieb er auch in der 3.Runde siegreich.
Irgendwie scheint auch die allgemeine Hackordnung arg ins Wanken geraten zu sein: ELO-Differenzen von ca 300 Punkten geben keine Sicherheit mehr. In Goch herrscht das Fußvolk, und es lohnt sich, bescheiden zu bleiben, und Umsicht walten zu lassen. Zum Beispiel meine bescheidene Performance:
1.Rde: Mühsames Remis gegen Prieto Velasco Rafael (Rang 109). Während ich noch rätsel, welcher sein Vorname bzw. Nachname ist, entgleitet mir die Partie schon frühzeitig, bis der Spanier auch im Endspiel zeigt, dass mein Ranglistenplatz 33 keinen Peso wert ist.
2.Rde: Mein 9-jähriger Gegner Valentin Buckels(Rang 127) spielt leichtfüßig die Eröffnung herunter, so dass meine anfängliche Annahme ins Wanken gerät, dass hier ein ehrgeiziger Vater seinen (überforderten) Eleven ins Rennen schickt („Mitmachen ist Alles!“) Meine Rückfrage beim Turnierleiter, ob denn das Kind ein“Wunderkind“ sei, bestätigt er. Immerhin – wie ich jetzt weiß – ist er amtierender 4. der Deutschen Jugendmeisterschaft U-10. Mit 1 Sieg und 2 Remis bin ich bisweilen sehr zufrieden, da ich trotz eventueller ELO-Einbußen eine starke Gegnerschaft serviert bekam.
Im Folgenden ein paar Impressionen :

Zum Schluß ein Schnappschuß aus meinem PKW. Ich fahre abends nach Hause, also muß es auch ohne Mittagspause im Hotel gehen.

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Routineüberprüfung in der Lüneburger Heide

Deutsches Senioren Derby in Wesel-Undeloh 2011

Zu einem Erlebnis der besonderen Art wurde das Dt.Senioren-Derby in Wesel-Undeloh, an dem lediglich Spieler vom Jahrgang 1951 teilnehmen durften. Ich wollte eigentlich die Turniertage mit flotten Kommentaren würzen und somit meinen Blog ein wenig mehr auf Touren bringen, doch schon kurz nach meiner Ankunft im Heidedörfchen Wesel erfuhr ich schnell, dass ich mich mit meinen e-plus Gerätschaften in einem Funkloch befand. Da auch das Festnetztelefon in den Hotelzimmern nicht funktionierte und kein Reparateur erschien, packte mich ein erster Anflug von Panik. Das freundliche Hotelpersonal riet mir, die Straße zu überqueren und Richtung Wald zu marschieren.“ Da wird dann bald Funkverbindung sein.“ So wanderte ich schließlich mit Handy und Netbook quer durch die Felder, immer wieder mit neuen Versuchen, die Außenwelt zu erreichen. Doch nix zu machen. Leicht deprimiert zurück zum Auto. Nach einigen Kilometern dann endlich eine Verbindung, die ich nutzte , um kurz mitzuteilen, dass „ich gut angekommen sei!“

Am nächsten Morgen begann das Turnier, das – ich fasse zusammen – wirklich ein einmaliges Erlebnis für mich wurde.Die Gastfreundlichkeit des „Heidelust“-Personals , die Verpflegung und die Turnierbedingungen waren vorbildlich. Nicht zuletzt durch die unermüdlichen Anstrengungen des Tunierleiters Klaus Gohde (82 Jahre !), dessen „Führungsstil“ bei den 58Teilnehmern prächtig ankam, herrschte schon bald eine sehr harmonische Stimmung.Auch ein kompletter Computercrash konnte den Turnierleiter nicht aus der Bahn werfen. Chapeau!

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Deutsches Senioren-Derby 2011

Nach langer Pause melde ich mich mal wieder aus den Niederungen der Schachprovinz. Nein, ich war nicht ernsthaft erkrankt, ich war auch nicht lustlos ( trotz einer erbärmlichen letzten Saison), nein , nein es war lediglich ein Keulenschlag der Natur, der mich  Anfang des Jahres in eine Art Schreibblockade zwang:

Ein Brief vom Deutschen Schachbund war mir ins Haus geflattert, in dem ein freundlicher Herr mir zum bevorstehenden 60.Geburtstag gratulierte.Mit charmanten Worten näherte er sich seinem eigentlichen Anliegen:

"Der Deutsche Schachbund möchte Sie mit einem ganz besonderen Turnier im Kreise der Senioren begrüßen:

Dem 10.DEUTSCHEN SENIOREN-DERBY 2011 "

"Willkommen im Club, au fein, jetzt gehts aber los", dachte ich und erinnerte mich gleichzeitig an ein Interview mit Vlastimil Hort, in dem er sinngemäß sagte, dass er keine Seniorenturniere spielen würde, da es für ihn schon so etwas wie Altersheim bedeute…

Auch wenn bei genauem Hinschauen lediglich die anderen die wirklich alten Säcke sind (ich darf Sartre mal völlig falsch zitieren), so nagt doch allmählich auch an mir das Problem der Restlaufzeit und der Entsorgung.

Mit einem Ruck habe ich dann a tempo die Einladung angenommen, mir eins von den wenigen Einzelzimmern im Gasthaus "Heidelust" reservieren lassen und anschließend meiner Frau von meiner unbändigen Lust auf Urlaub in der Lüneburger Heide erzählt. "Ist dort ein Schachturnier?" fragte sie nüchtern.

Dann habe ich ihr alles erzählt…

Ich muß zugeben, dass ein "Deutsches Senioren-Derby" bei mir Assoziationen weckt, die mehr mit dem Pferdesport verbunden sind als mit dem Klötzchenschieben. 

also schaun wir mal, was WIKI sagt:

 

Das Deutsche Derby wird traditionell am ersten Sonntag des Monats Juli parallel zum Irischen Derby im Hamburger Stadtteil Horn auf der Horner Rennbahn ausgetragen. In England und Frankreich meist im Juni und in den Vereinigten Staaten (Kentucky Derby) schon im Mai.

Die Pferdchen tragen wohl das gleiche Gewicht und sind 3 Jahre alt. Na ja, die Senioren sind halt genau 57 Jahre älter und dürfen dieses Turnier auch nur einmal mitspielen.

Da die Lüneburger Heide – nach meinen bisherigen Erkundungen – auch von vielen Pferdekutschen durchpflügt wird, die heitere Menschen an Bord haben, drängt sich mir auch eine Parallele zu dem "DEUTSCHEN FAHRDERBY" auf, das  zum ersten Mal 1950 ausgetragen wurde.

Im Jahre 1959 kam dieser "Sport" auf unrühmliche Weise in die Schlagzeilen. Der "SPIEGEL" hatte ein Opfer gefunden, das er genüßlich zu Tode ritt…

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