Schach – Almanach 1977/1978

Spielregeln des Weltschachbundes (FIDE) 1975

in englischer Sprache – übersetzt von Dr. W. Lauterbach

——————————————————————

Ein Schachkollege hatte mir vor einigen Jahren diesen Almanach geschenkt mit dem dezenten Hinweis, dass ich auch in diesem Werk erwähnt bin.Vor einigen Tagen beim Sortieren meiner Schachbücher, nahm ich das Werk in die Hand , um noch mal in die Ära von Ingo – Zahlen, Hängepartien und Kettenrauchern einzutauchen. Bei den SPIELREGELN DES WELTSCHACHBUNDES blieb ich hängen. Welch ein penibles , wasserdichtes Netz von Vorschriften und Geboten haben Schachjuristen dort zusammengetragen! Die Lektüre wurde beim Lesen immer kurioser und humoriger.

Für den geneigten Leser ein kleiner Ausschnitt aus dem Gerichtssaal:

SCHACHFIGUREN:

Material. Schachfiguren sollten aus Holz, Plastik oder einer Imitation dieses Materials hergestellt sein.

Höhe, Gewicht und Ausmaße. Der König sollte 8,5 bis 10,5 cm hoch sein. Der Durchmesser seines Fußes sollte 40-50 % der Höhe betragen. Die Größe der anderen Steine sollte im rechten Verhältnis zu ihrer Höhe und Form stehen. Andere Elemente wie Stabilität, ästhetische Erwägungen usw. sind ebenfalls in Rechnung zu setzen. Das Gewicht der Steine sollte geeignet sein für bequemes Ziehen und Standfestigkeit.

Form, Stil. — Die Steine sollten so gestaltet sein, dass sie deutlich voneinander zu unterscheiden sind. Insbesondere sollte die Krone des Königs sich wesentlich von der der Dame unterscheiden. Die Spitze des Läufers sollte eine Kerbe tragen oder von besonderer Farbe sein, so dass sie sich klar von einem Bauern unterscheidet. Farbe der Schachsteine. Die dunklen Steine sollten von brauner oder schwarzer Farbe sein. Die natürliche Holzfarbe (Walnuss, Ahorn usw.) kann auch zu diesem Zweck verwendet werden. Die Steine sollten nicht glänzen und sollten gefällig fürs Auge sein.“

SCHACHBRETTER:

Material. Holz, Plastik, Pappe oder Tuch sind als Material für Schachbretter zu empfehlen. Das Brett kann auch aus Stein sein (Marmor) mit geeigneten hellen und dunklen Feldern, vorausgesetzt der Hauptschiedsrichter hat es annehmbar gefunden. Naturholz mit genügend Kontrast wie Birke, Ahorn oder Europäische Esche gegenüber Walnuss, Teak, Buche usw. sind auch für Bretter zu gebrauchen, die eine stumpfe oder neutrale Politur haben müssen, niemals eine blanke.- usw. usw. usw.

Neben den sportlichen Informationen enthält der ALMANACH auch amüsante Anekdoten und erstaunliche „Forschungsergebnisse“ :

„ Der Trend zu ungezwungener Kleidung nimmt unverkennbar zu, besonders bei den Offenen Turnieren. In Lugano trugen 75% der Spieler Blue Jeans, und nur 5% hatten eine Krawatte an !

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Ist meine Luftgitarre richtig gestimmt?

Diese urkomische Frage schlug mir überraschend entgegen, als ich das Buch „ Schach für Zebras“ von Jonathan Rowson bei Durchsicht meiner Schachwand noch mal in die Hand genommen hatte. Seitdem laesst mich dieses Werk nicht mehr los. Vor etwa 20 Jahren hatte ich es gekauft und komischerweise nie ernsthaft studiert…Ein wichtiges Thema ist für den Autor und für mich die Vorbereitung einer Partie, die für mich immer mit der Frage gekoppelt war:“ Wer ist mein nächster Gegner? Welche Eröffnung soll ich spielen? Welche DWZ/ ELO hat er? Mit zunehmendem Alter wächst die Unsicherheit (Früher war ich besser, heute verliere ich gegen Patzer ..)Also Sorgen, Unsicherheit, aufkommende Nervenschwäche etc.

Rowson: „Wo sind meine Schmetterlinge?„Es ist völlig in Ordnung, Schmetterlinge im Bauch zu haben. Sie müssen nur dafür sorgen, dass sie in Formation fliegen.“

Solche therapeutischen Ratschläge ermuntern den Leser, dem gelernten Psychologen und Philosophen auf Schritt und Tritt zu folgen.Die Verbissenheit, der falsche Ehrgeiz , das unbedingte Siegenwollen mag für andere Sportarten gelten, doch Rowson empfiehlt Konzentration, entspanntes Herangehen. Ein Zitat von Viswanathan Anand bringt es auf den Punkt:„ Im Allgemeinen denke ich, wenn man sich auf das Spielen freut und es genießen kann, kommt auch etwas Gutes dabei heraus.“

Ein Zitat von Joseph Goldstein (1976) hat Rowson inspiriert, die Einstimmung auf ein Match mit dem Stimmen einer Luftgitarre gleich zu setzen:

„Wenn wir den Gipfel erreichen wollen, aber nur am Fuße des Berges sitzen und darüber nachdenken, wird nichts geschehen. Nur durch die Bemühung, durch das tatsächliche Besteigen des Berges, durch das Einen – Schritt – vor – den – anderen – Setzen wird der Gipfel erreicht…

Aber die Bemühung muss auch ausgewogen sein. Krampfhafte, begierige Bemühungen behindern nur Tatkraft und Sammlung. Sie sollten sich die Waage halten. Es ist etwa so, als ob Sie die Saiten einer Gitarre stimmen wollten. Wenn Sie zu stramm oder zu locker sind, ist der Ton nicht klar…Bei unseren Übungen müssen wir beharrlich und zielstrebig sein, dabei jedoch einen entspannten und ausgeglichenen Geist bewahren und uns ohne Verkrampfung bemühen.“

ps. Ich bemühe mich….

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Der Kampf mit sich selbst. Wenn Du Dein eigener Gegner bist

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Schachberichtbestattung

Es trafen sich zwei Schachspieler

zum Wettkampf.

Der Eine war stark,

Der Andere war schwach.

Der Starke gewann.

Der Schwache verlor.

Mehr war nicht…

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Erster Gewinn ist Katzengewinn

Also Vorsicht!

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Max Euwe und Wolfgang Unzicker in Düsseldorf

Vor 50 Jahren – Max Euwe und Wolfgang Unzicker in Düsseldorf

Anläßlich des 50 jährigen Jubiläums der DSG Rochade 25 konnten die Schachfreunde zwei legendäre Hochkaräter in Düsseldorf erleben:

Exweltmeister Prof. Max Euwe und den besten deutschen Großmeister Wolfgang Unzicker.

Vor einigen Tagen wurde ich daran erinnert, als mir eine Festschrift des Vereins in die Hand fiel, die zwischen diversen Schachzeitungen auftauchte:

50 Jahre Düsseldorfer Schach-Gesellschaft ROCHADE 25

Hoppla, da sah ich auf einmal auf dem Deckblatt , dass die beiden Schachlegenden ihre Autogramme hinterlassen hatten. Nachträglich ein knabenhafter Stolz stieg in mir auf…Gleichzeitig fühlte ich mich verdammt alt.

Eigenartigerweise fand ich im Internet keinerlei Hinweise auf dieses Event.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Brett vorm Kopf

Manchmal hat man wirklich ein Brett vorm Kopf . Siehe Titelbild!

Und es ist doch so simpel: Schwarz setzt in 2 Zügen matt.

Veröffentlicht unter Allgemein | 2 Kommentare

Maskenpflicht ade

Das freiwillige Tragen einer Maske ist allerdings ungewöhnlich, jedoch nicht verboten.Das Brettspiel lebt nicht nur von den Zügen, sondern auch von den mannigfaltigen Gefühlsmomenten, die den Spielern oftmals anzusehen sind. Das reine „Pokerface“ ist mir selten begegnet. Da hilft doch eine entsprechende Maske.

Meine Maske soll dem Gegner signalisieren, dass ich kein Selbstvertrauen habe, leicht deprimiert und ängstlich agiere. In Wirklichkeit möchte ich meine Zuversicht, Heiterkeit und Spielfreude kaschieren.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Back to the Roots

Mögen solche Bücher nicht vermodern…!

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Back to the Books

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen