Simultanschach : Ein basisdemokratisches Vergnügen

Wo gibt es eine Sportart, in der Amateure – ohne Qualifikationshürden – direkt gegen Weltklassespieler antreten dürfen? Ja, wohl nur beim Schach. Zudem muß der Meister eine ziemliche Wegstrecke absolvieren, um die bequem Sitzenden peu a peu zu bedienen.

Wenn ich zurück schaue (verdammp lang her) , erinnere ich mich noch gern an folgende Begegnungen: Hecht, Ostermeyer, Pfleger, Hübner, Hort, Jusupov, Tal, Kortschnoi, Lutz und Unzicker.

Die basisdemokratische Inszenierung war jedes Mal ein aufregendes Abenteuer. Die Helden waren stets geduldig und auch bei Bedarf gut gelaunt und humorvoll…

In dem Büchlein „Lächeln überm Schachbrett „ von Martin Beheim – Schwarzbach stieß ich auf eine Anekdote, die eine besondere Simultangeschichte enthält:

HELDENVEREHRUNG

Auf dem Schachturnier zu Margate 1935 machte sich ein junger Mensch an einen Zuschauer heran und bat ihn um ein Autogramm.„Aber ich spiele hier gar nicht mit“, erwiderte dieser. „Mein Autogramm ist gar nichts wert, ich bin nur ein mäßiger Schachspieler und schaue hier nur zu .“

„Aber bitte, geben Sie mirs doch“, sagte der junge Mensch. „Ich habe gesehen, dass Sie vorhin mit Capablanca sprachen!“

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