Der Bilderfluter

Die übliche Morgenpost (Rechnungen etc) wurde heute aufgefrischt durch eine Zeitschrift, die eigentlich an den Sohnemann adressiert war, jedoch erstmal in meinen Fängen hängenblieb, da mir das Titelblatt sofort ins Auge sprang und zum Aufblättern animierte:

" F l u t e r " – "MAGAZIN DER BUNDESZENTRALE FÜR POLITISCHE BILDUNG", Juni 2008. Thema des Heftes:"

 Dabei sein ist nicht alles. Das Sportheft"

. (Auf dem Titelbild: Aus der Vogelperspektive abgelichtet zwei Boxer im Ring. Der eine stehend, zur Ringecke gehend, der andere sehr flach auf dem Rücken liegend, zur Decke starrend.

Ich bin beeindruckt, wie attraktiv und tiefgründig die Probleme des Sports für Jugendliche aufbereitet sind 🙁Sport und Geld in Deutschland;Klaus Theweleit über Körperkult;Sport ist vom Fernsehen abhängig usw).

Dann stoße ich auf einen Artikel, der mich (natürlich) besonders anzieht:"Sport kann echt den Charakter verderben".

Es werden 8 Beispiele aufgezeigt, die dies bestätigen. u.a. der Olympische Marathonlauf 1972, als ein Schüler mit selbstgebastelter Startnummer plötzlich als erster ins Münchener Olympiastadion einläuft und sich als vermeintlicher Sieger feiern läßt und dem echten Sieger Wayne Shorter die Show stiehlt.

Natürlich darf Zidane mit seinem Kopfstoß nicht fehlen und auch der Ohrenbiß von Mike Tyson gegen Holyfield .

Und auch der Olympische Fünfkampf Montreal 1976 hat seine Skandalfigur:

 Boris Onischenko: "…tritt …als Mitfavorit im modernen Fünfkampf an. Beim Degenfechten gewinnt er mehrere Kämpfe hintereinander.Im Duell mit dem Briten Jim Fox fällt dessen Teamkameraden auf, dass der Degen weit vom Gegner entfernt ist, als die Lampe aufleuchtet…. " (Onischenko hatte an der Elektronik gebastelt).

Und auch der Boston Marathon 1980 bietet eine charmant-skandalöse Variante der Charakterverderbung:

" Rosie Ruiz , … , gewinnt überraschend den 84.Boston Marathon.Weil sie bei der Siegerehrung kaum schwitzt, werden die Veranstalter skeptisch.Dann wird bekannt, dass Ruiz sechs Wochen zuvor beim NEW YORK Marathon, währen des Rennens in der U-Bahn gesehen worden war.Ruiz wird disqualifiziert. Sie hat in beiden Fällen  den Betrug zugegeben…"

Nun komme ich endlich zu dem schachrelevanten(?) Teil: Der "FLUTER" hat auch einen Blick für charakterschwache Schachspieler .

Als Beispiel hat man den Amateur Wolfgang Siegler aus Lorsch reaktiviert, der beim Lampertheim Schach-Open 2002 für "Furore" sorgte.

" …verblüffte Wolfgang Siegler aus Lorsch immer wieder mit überraschenden Zügen.Allerdings verschwand er des Öfteren vom Brett, während er am Zug ist.Während der sechsten Partie wird Schiedsrichter Markus Keller aufmerksam und verfolgt ihn zur Toilette.Keller blickt von der Nebenkabine über die Wand und sieht Siegler mit einem Schachcomputer in der Hand.Siegler streitet alles ab, er habe nur E-Mails bearbeitet, wird aber vom Turnier ausgeschlossen. Der Hesse ist von Beruf Lehrer und war bis dahin Leiter einer Schach AG. Einige seiner Schüler waren bei den Lampertheim Open anwesend…"

Wie  bei  anderen Skandalen kennt die FLUTER-REDAKTION auch hier keine Gnade und bildet den Übeltäter schonungslos ab:

 "Siegler der Schreckliche" immer noch aktiv….

wer es nicht glauben mag:  :

http://www.fluter.de/heftpdf/issue71/artikel6968/pdf_article6968.pdf

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Ein Kommentar zu Der Bilderfluter

  1. Leidensgenosse i.R. sagt:

    Na, da hätte ich doch bald deinen neuesten Blogg verpasst. Ein immer wieder aktuelles Thema, selbst auf niedrigstem Niveau und auch wenn es um Nichts geht, versuchen viele zu pfuschen, siehe Online-Schach. Faule Fische findet man halt überall. Immer wieder gut, wenn das aufgedeckt wird. Prima Bericht von dir, achte weiter auf jede eingehende Post deines Filius.

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