Rochade war gestern…(15.September 2013)

Nach langer Abstinenz wegen permanenter Erfolglosigkeit und entsprechender Humorschwächung folgt nun die unvermeidliche Rückkehr zur alten karierten Passion. Nein nein, nicht weil sich plötzlich wieder Erfolge einstellen, weit gefehlt. Ich habe eine Art Selbsthilfegruppe gefunden, die
– ebenfalls altersbedingt –  die großen Siege nur noch als Erinnerungsfetzen zitieren kann.
Frei nach Hanns Dieter Hüsch („Irgendwann kommen alle zurück“) bin ich zu meinem Ursprungsclub, den SK Uedem, heimgekehrt, bei dem ich Mitglied der „legendären“ Jugendmannschaft in den 60 er Jahren sein durfte. Die regionale  Schachhistorie fügte es, dass nun
das  ehemalige Jugendteam als Seniorenclub wieder zusammen gefunden hat. Hinzu kamen befreundete Ex-Konkurrenten aus dem Verband, die sich seit langer Zeit nicht mehr gesehen, jedoch
immer voreinander gefürchtet hatten. Sammelbecken für diese Jugendsenioren ist die 2.Mannschaft, die in der Verbandsklasse heute nun die Feuertaufe bestehen sollte.
Hat sie natürlich, sonst würde ich nicht schreiben …
Unsere Gäste aus Duisburg-Großenbaum , nominell sehr stark einzuschätzen, mußten leider 2 Bretter
unbesetzt lassen und auch noch Ersatzspieler ersetzen.
Am Spitzenbrett unserer Mannschaft kämpfte Uwe Heinz, der nichts von seiner kreativen Spielfreude
und Risikobereitschaft eingebüßt hat. Sein Figurenopfer bewegte die Gemüter, doch brachte seinen Gegner nicht so recht aus der Fassung. Coole Riposten des Duisburgers löschten schließlich die
leicht lodernden Flammen.Es blieb der einzige Sieg der Gäste.“Uns Uwe“ genießt die Narrenfreiheit in der Rentnertruppe. Das beflügelt auch die übrigen Kollegen.

Völlig angstfrei auch – endlich mal – mein selbstgestrickter Skandinavier als Schwarzer gegen Franz Mietner. Schon nach wenigen Zügen „wirbelte“ mein Gegner mit taktischen Drohungen, die mir den Sonntag zu verderben drohten. In der folgenden Stellung zuckte ich rechtzeitig vor dem „allfälligen“ 9…S7f6 zurück.“

Darauf folgt einfach 10.Lxd5 und nach 10…exd5 (respektive cxd5) folgt locker 11.Dxg7 und die Rückfahrt kann angetreten werden. Nach langem Nachdenken und dem Credo von Uwe („Hier darf jeder machen , was er will – ohne Druck!“) entschied ich mich für 9….Tg8 (!). Nach 10.Ld2 – S7f6 11.S2c3 – a6 12. a3  sah ich die Chance, mal etwas (für mich) Neues zu kreieren: Die CHARODE !
mit 12… Kf8 ! ist die CHARODE vollbracht.
Die Königsstellung erscheint mir sicherer als nach manch ordinärer  ROCHADE – Stellung, die ich früher oft in aller Schnelligkeit angestrebt hatte .(Ein wichtiger Teil meiner „Schachausbildung“).

Dass ich letztlich diese Partie gewonnen habe, führe ich auf dieses CHARODE zurück. Zwischendurch allerdings mußte ich mehrmals der Versuchung widerstehen, die e-Linie öffnen zu lassen, damit der Turm (oje der König!) eine freie Linie hat.
 Ich füge noch ein paar Fotos von den besungenen Ex-Jugendlichen hinzu:
li:  Heinz Aldenhoven („Ali“), auch am Biertisch um keine Riposte verlegen.
Hans – Josef Arts (Doc), ein Schüler Nimzowitschs und Lehrmeister seines talentierten Sohns (1.Mannschaft)
und der immer gefährliche Angriffsspieler: Charly Brandenburg .
Hier in einer Parte gegen Norbert Krüger (Ratingen) re.im Bild. Nur die Tapete verrät, dass eine gewisse Zeit vorüber ist…
 Er sieht heute noch genau so aus und spielt auch so…

übrigens gewannen wir 5,5 : 2,5
Doch dies war nicht das Wichtigste…
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